Die Staatliche Landesuniversität Moskau (MGOU) wurde im Jahr 1931 gegründet und ist die größte Hochschule in der  Moskauer Region.

Das Hauptgebäude der MGOU ist ein Architekturdenkmal und steht unter dem staatlichen Denkmalschutz. Das Hauptgebäude wurde in den Jahren 1770 bis  1790 als Gutshof für dem Edelmann Demidov erbaut. Nach dem Vaterländischen Krieg von 1812 gegen Frankreich, nach dem viele Männer für die Freiheit ihrer Heimat und für den Sieg über Napoleon starben und  wodurch viele adlige Kinder zu Weisen wurden, hat die Imperatorin Elizabeth, die Frau des russischen Imperators Alexander I., den Demidovs ihren Gutshof abgekauft und dort ein Mädcheninternat erbauen lassen. Später ist dieses Mädcheninternat zu dem „Imperatorin Elizabeth Fraueninstitut“ umorganisiert worden. Nach diesem Institut ist auch die zum Gebäude führende Nebenstraße benannt worden. Sie existiert nach wie vor und heißt– „Elisawetinskij pereulok“, die „Elizabeth- Gasse“.

Nach der Oktoberrevolution wurde das „Imperatorin Elizabeth Fraueninstitut“ im Jahr 1918  zu einer Schule für Mädchen und Jungen reorganisiert. Bald darauf wurde diese Schule jedoch zu einer Abendschule für die Arbeiterjugend (Pädagogische Schule Moskau) umgewandelt, in der auch Kurse für junge Lehrer angeboten wurden.

1931 wurde auf der Basis der bereits existierenden „Pädagogischen Schule Moskau“ das „Pädagogische Institut des Moskauer Gebiets“ (PIMG) , die  – zukünftige Staatliche Landesuniversität Moskau, gegründet.

Die Hauptaufgabe des Instituts war die Vorbereitung der Schullehrer/innen für die Arbeit an 6 Fakultäten in der Moskauer Region. Die Fakultäten waren Russisch und Literatur, Geschichte, Geographie, Physik, Chemie und Wirtschaft. Außerdem hat das Institut  auch etliche Vorbereitungskurse in Moskau, in Kaluga und in Tula durchgeführt.

In den späten 1930-er Jahren waren am Institut viele berühmte Wissenschaftler tätig, unter anderem der bekannte Historiker und ein Experte für das Themengebiet der  alten Rus, ein Mitglied der Wissenschaftsakademie,  Boris Grekov und einer der Gründer der sowjetischen Pädagogik –  Ivan Ogorodnikov.

Nadezhda Krupskaja, die Ehefrau Wladimir Lenins, hat ebenfalls am Pädagogischen Institut des Moskauer Gebietes gearbeitet. Sie forschte über Probleme der Kindererziehung und gründete mehrere literarische Museen.

Das Pädagogische Institut des Moskauer Gebiets war auch während des Großen Vaterländischen Krieges aktiv an der Verteidigung des Vaterlandes gegen den Faschismus  beteiligt. Die meisten Lehrkräfte und Studierende gingen an die Front, viele von ihnen sind im Kampf gefallen. Im Oktober 1941 wurde das Institut in die  Kirover Region ausgelagert, hat aber schon 1942 seine Arbeit in Moskau fortgesetzt. Des Weiteren hat das Institut Außenstellen in Kaluga, Serpuchow und in anderen befreiten Städten Russlands gegründet.

In der Nachkriegszeit hat das Pädagogische Institut des Moskauer Gebiets seine Personalkapazität schnell wiederhergestellt und begann neue Fachbereiche zu entwickeln.

1946 wurden die  Fakultäten für Sport und für Fremdsprachen eröffnet. 1947 begann der Lehrstuhl für Logik und Psychologie seine Arbeit. 1957 wurde der Lehrstuhl für Landwirtschaft an der Fakultät für Naturwissenschaften gegründet, 1960 kam die Fakultät für Industrie, Pädagogik und Mathematik hinzu.

1971 wurde das „Nadezhda Krupskaja – Pädagogische Landesinstitut Moskau“ als führende Institution mit dem Recht auf Veröffentlichung wissenschaftlicher und pädagogischer Literatur anerkannt.

Für die Errungenschaften in der Ausbildung der Lehrkräfte wurde dem Institut im Jahr 1981, mit dem  „Orden des Roten Banners der Arbeit“, eine der höchsten staatlichen Auszeichnungen der Sowjetunion verliehen.

1991 wurde das Pädagogische Landesinstitut Moskau in die Pädagogische Universität Moskau umbenannt. Das war eine logische Konsequenz der  Entwicklung, denn mit zehn Fakultäten (für Russisch und Literatur, Fremdsprachen, Geschichte, Physik und Mathematik, Biologie und Chemie, Geographie, Technologie, Sport, Kunst, Vorschulbildung), 44 Lehrstühlen, einem  Department für die Diplomstudiengänge  und einem Department für Aspiranturen und Doktoranden besaß man den Unistatus.

Sogar in den schwierigen  1990-er Jahren hat die Universität stets weitere Wege  und Möglichkeiten für eine stetige Entwicklung gefunden. Es wurden die Fakultäten für Jura, Wirtschaft, Volkskunst, Psychologie, Sozialarbeit und Sonderpädagogik in das akademische Gesamtkonstrukt integriert.

Im Jahr 2002 wurde die Pädagogische Universität Moskau letztendlich in die Staatliche Landesuniversität Moskau (MGOU) umbenannt. Des Weiteren wurden neue Lehrstühle und Zentren eröffnet und man hat neue Möglichkeiten im Bereich des Postgraduierten Studiums bekommen. Kurz darauf gründete man das Institut der offenen Ausbildung und das geistige Aufklärungszentrum.

Der Universitätsstatus ist nicht nur eine Frage der strukturellen Neuordnung. Die Haupterrungenschaft der Universität sind ihre akademischen Mitarbeiter: Lehrkräfte, Leiter/innen der administrativen Behörden, Sportler/innen und Wissenschaftler/innen. Sie sind unsere größte Unterstützung und das Fundament unserer Ausbildung. Sie lassen die Universität einen besonderen Platz unter anderen Hochschulen Russlands einnehmen und tragen zu ihrer ständigen Entwicklung und zu ihren Erfolgen bei.